Journalistenzentrum Deutschland

Brennpunkt Existenzgründungsberatung

Wer sich als Freiberufler und selbstständiger Journalist etablieren will, braucht fachkundigen Rat. Die bdfj möchte mit diesem Angebot dazu beitragen, Klarheit und Orientierung für die berufliche Zukunft zu finden.

Deshalb finden Sie hier in loser Folge Informationen zum Brennpunkt Existenzgründung.

Fördermaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
Für alle Journalisten mit Anspruch auf Arbeitslosengeld-I bietet die Bundesagentur für Arbeit zwei Fördermöglichkeiten:

1.) Überbrückungsgeld
Das Überbrückungsgeld erhalten Sie für einen Zeitraum von 6 Monaten, ab dem Tag der Gründung. Die Höhe der Zahlung richtet sich nach dem zuletzt bewilligten Anspruch auf Arbeitslosengeld-I.

Zusätzlich werden 69,5% für Sozialversicherungsleistungen (Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung) gezahlt, um die sich der Selbständige vom Tag der Gründung an selbst kümmern muss.

Bei dem Überbrückungsgeld handelt es sich um eine Leistung, die nicht zurückgezahlt werden muss und nicht der Einkommenssteuer unterliegt. Des Weiteren gibt es keinerlei Obergrenzen, wieviel der Existenzgründer dazuverdienen darf. Es muss sich jedoch bei der selbständigen Tätigkeit um einen zeitlichen Umfang von mindestens 15 Std. in der Woche handeln. Die Höhe Ihres Überbrückungsgeldanspruchs können Sie auf der Homepage www.ueberbrueckungsgeld.de ausrechnen lassen.

2.) Ich-AG (Existenzgründungszuschuss)
Bei dem Fördermodell der sogenannten Ich-AG (dem Existenzgründungszuschuss) erhält der Gründer monatlich einen Zuschuss. Dieser beläuft sich auf EUR 600,00 im ersten Jahr, EUR 360,00 im zweiten Jahr und EUR 240,00 im dritten Jahr.
Sobald Ihr Einkommen die Gewinngrenze von EUR 25.000,00 am Jahresende übersteigt, entfällt der Zuschuss für die Folgejahre.

Als Ich-AGler ist man für die Dauer der Förderung bei der Rentenversicherung Pflichtmitglied, d.h. man zahlt automatisch Beiträge, sodass man nicht den vollen Zuschuss ausbezahlt bekommt. Die Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung der Ich-AGler sind etwas geringer als die üblichen Beiträge für Selbständige (die Höhe erfahren Sie bei Ihrer Krankenkasse).

Überbrückungsgeld oder Ich-AG?
Da Sie nur eine Fördermöglichkeit in Anspruch nehmen können, hier ein paar Entscheidungskriterien:

  • Berechnen Sie vorab, wie viel Überbrückungsgeld Ihnen zustehen würde und fällen Sie Ihre Entscheidung danach, welches Fördermodell für Sie vorteilhafter ist.
  • Stellen Sie sich die Frage, wie schnell Sie an die ersten Kunden und damit zu Geld kommen. Haben Sie bereits einen bestehenden Kundenkreis, so dass Sie nach 6 Monaten (nach Auslaufen des Überbrückungsgeldes) auch ohne Förderung leben können oder sollte die Förderung lieber längerfristig laufen?
  • Wie hoch sind Ihre Rücklagen? Können Sie im Notfall, nach Auslaufen des Überbrückungsgeldes auch von Rücklagen leben, wenn keine Aufträge vorliegen?
  • Wie hoch sind Ihre Einkommenserwartungen? Wenn Sie im ersten Jahr bereits weit über EUR 25.000,00 Gewinn erzielen können, würden Sie den Existenzgründungszuschuss nur für ein Jahr erhalten. Rechnen Sie aus, ob es sich dann lohnt, eher auf Überbrückungsgeld zurückzugreifen.
  • Vergleichen Sie die Sozialversicherungskosten. Wieviel Beitrag zur Krankenversicherung zahlen Sie als Bezieher von Überbrückungsgeld oder Existenzgründungszuschuss? Lohnt sich die Pflichtmitgliedschaft bei der Rentenversicherung oder eher eine private Rentenversicherung?

Ein Businessplan und die fachkundige Stellungnahme von Dritter Seite sind für beide Fördermodelle Pflicht und müssen bei Antragstellung in der Agentur für Arbeit vorgelegt werden.

Beachten Sie 
Die Verlängerung der Ich-AG wurde vom Bundesrat bis zum 30.06.2006 zugestimmt. Derzeit ist geplant, beide Fördermodelle zusammenzulegen. In welcher Höhe die Agentur für Arbeit von da an Existenzgründer fördern wird, steht noch nicht fest.
Und fragen Sie Ihren Sachbearbeiter bei der Beantragung von Überbrückungsgeld oder Existenzgründungszuschuss nach weiteren Fördermöglichkeiten. So können Sie gesondert Coaching-Schecks beantragen, die bei dem Aufbau der Selbständigkeit nach dem Schritt in die Gründung eine finanzielle Unterstützung bieten.